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Kurz erklärt
Was erwartet dich im Vorstellungsgespräch?
Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch hast du schon einen wichtigen Schritt gemacht. Jetzt geht es darum, deinen potenziellen Arbeitgeber von dir zu überzeugen. Bereite dich gut vor, damit du sicher und authentisch auftreten kannst. In den nächsten Abschnitten erfährst du, was dich im Gespräch erwartet, welche Fragen kommen können und wie du dich optimal vorbereitest.

Hier findest du eine Übersicht über Softskills und zugehörige Beispielfragen: Softskills_Definitionen_Beispielfragen.pdf

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Vorbereiten
So bereitest du dich am besten vor
  • Überlege, welche praktischen und persönlichen Fähigkeiten für die Stelle wichtig sind. Die Stellenausschreibung sowie die Unternehmenswebsite und Social Media liefern dir Informationen.
  • Suche nach Beispielen aus deinem Werdegang, die zeigen, dass du diese Fähigkeiten mitbringst. Überlege auch, ob es Hindernisse gab, wie du damit umgegangen bist und wie das Endergebnis war.
  • Bereite dich darauf vor, auch kritische Aspekte deines Werdegangs zu erklären.
  • Übe deine Selbstpräsentation und überlege mögliche Fragen. Vermeide es, Antworten auswendig zu lernen.
  • Kläre für dich, was du im Leben erreichen willst. Was ist dir wichtig, was nicht? Wie beeinflusst das den Job?
  • Informiere dich über das Unternehmen und deine Gesprächspartner:innen.

Tipp: Versetze dich in die Rolle des Interviewers. Überlege, welche Fähigkeiten für die Stelle wichtig sind und welche Beispiele du dafür nennen kannst. So reflektierst du dich selbst und kannst durch Nachdenken auf alle Fragen antworten, ohne auswendig gelernte Antworten wiederholen zu müssen.

Interviewfragen
Überlege dir vor dem Interview, welche Ziele die Unternehmensvetretenden verfolgen. Personalerinnen und Führungskräfte suchen Bewerber;innen, die gut ins Team passen und helfen, Abteilungsziele zu erreichen. Sie wollen die Stelle langfristig besetzen, um hohe Kosten durch Fehleinstellungen zu vermeiden.
HR-Mitarbeitende und Führungskräfte bereiten sich gründlich vor: Sie analysieren die Stelle und legen fest, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Softskills die ideale Kandidat:in mitbringen sollte. Auf dieser Basis entwickeln sie Fragen.

Standardfragen
Neben den spezifischen Fragen für die Stelle gibt es auch Standardfragen. Bereite dich auch auf diese vor. Nimm sie als Anlass, um über dich selbst nachzudenken und dich gut vorzubereiten. Beispiele:
  • Erzählen Sie uns etwas über sich.
  • Was reizt Sie an dieser Stelle?
  • Wie stellen Sie sich einen typischen Arbeitsalltag auf dieser Stelle vor?
  • Was war bisher Ihr größter Erfolg/ Misserfolg? Beispiel?
  • Was sind Ihre Stärken/ Schwächen? Beispiel?
  • Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
  • Warum sollten wir genau Sie einstellen?


Auch hier gilt: Nicht auswendig zu lernen und stereotyp abspulen!

Unzulässige Fragen
Im Interview dürfen keine persönlichen Fragen gestellt werden, die nichts mit der Stelle zu tun haben. Dazu gehören Fragen zu folgenden Themen:
  • Familie: Heiratspläne, Wohnsituation
  • Schwangerschaft, Kinderwunsch und Familienplanung
  • Religionszugehörigkeit (außer bei konfessionsgebundenen Arbeitsplätzen)
  • Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Gesundheitszustand (i.d.R. kritisch)
  • Fragen nach Vorstrafen (kritisch, in konkretem Zusammenhang zur Stelle zulässig)


Bei unzulässigen Fragen besteht im Interview das Recht zur Lüge. Allerdings ist es in der Situation oft schwer einzuschätzen, ob eine Frage unzulässig ist.
Tipps für dich
  • Es ist völlig normal, dass du nervös bist. Das wissen auch die Interviewer.
  • Das Interview ist auch für dich gedacht. So kannst du herausfinden, ob die Stelle und das Unternehmen für dich passen.
  • Sei optimistisch! Das Unternehmen interessiert sich für dich, die erste wichtige Hürde hast du geschafft.
  • Jedes Interview bringt dir einen Mehrwert. Auch wenn es nicht so gut läuft, bekommst du wertvolle Übung für das nächste Mal.
  • Und nicht vergessen: Dein Gegenüber ist auch nur ein Mensch!
Welche Arten von Interviews gibt es?
In Bewerbungsprozessen kannst du verschiedenen Arten von Interviews begegnen.
Die häufigsten sind:
  • Das Telefoninterview
  • Das Videointerview. Es kann live stattfinden, oder anhand von vorab gestellten Fragen aufgezeichnet werden
  • Persönliches Vorstellungsgespräch
  • Assessment Center: praktische Übungen und Tests ergänzen Interviews


Darüber hinaus unterscheiden sich Interviews vor allem darin, wie stark sie strukturiert sind. Welche Form angewendet wird, ist abhängig von den Interviewern.
Es gibt folgende Formen:

Freies Gespräch: Interview ohne festgelegten Rahmen oder standardisierte Fragen; Ablauf kann sich von Gespräch zu Gespräch teilweise stark unterscheiden.
Strukturiertes Interview: Interview mit vorab festgelegtem Rahmen und standardisierten Fragen, das Vergleichbarkeit zwischen den Kandidat:innen ermöglicht
Strukturiertes Interview mit Praxisprobe: Praktische Übungen oder Tests ergänzen das strukturierte Interview. Diese Form liefert die zuverlässigsten Ergebnisse.
Auswahlkriterien & Fragestellungen
Im Interview zählen vor allem Persönlichkeit, Motivation, Fachkenntnisse und praktische Erfahrungen. Auch persönliche Fähigkeiten, die sogenannten „Softskills“, spielen eine Rolle.
Mit gezielten Fragen prüfen die Interviewer:innen, ob:
  • die fachlichen und persönlichen Fähigkeiten zum Job passen.
  • der/die Kandidat:in hoch motiviert ist und ins Unternehmen passt.

Ablauf
Das erwartet dich im Interview
Die meisten strukturierten Interviews sind wie folgt aufgebaut:
  1. Einleitung mit Vorstellung der Interviewer und ggf. des Unternehmens
  2. Selbstpräsentation des Bewerbers/der Bewerberin mit klärenden Fragen zum Lebenslauf
  3. Frageteil: Fachliche & Persönliche Fähigkeiten, Motivation, sonstige Fragen
  4. Abgleich Erwartungen und Stelle
  5. Abschluss: Fragen der Kandidat:in, weitere Schritte & Verabschiedung
  6. Ggf. Praxisprobe (im Anschluss oder während dem Interview)

Hier erläutern wir dir den Aufbau eines strukturierten Interviews genauer
Einleitung
Zu Beginn begrüßt man sich. Achte auf einen freundlichen Eindruck, einen festen Händedruck und direkten Blickkontakt. Übe den Händedruck am besten vorher mit Freunden, um das richtige Maß zu finden. Nach der Begrüßung folgt meist ein kurzer Smalltalk – zum Beispiel über Getränke, Anfahrt oder das Wetter. Bedanke dich höflich für die Einladung.
Die Interviewer stellen sich und manchmal auch bereits das Unternehmen näher vor, und geben Informationen zum Gesprächsablauf.

Selbstpräsentation
Die Selbstpräsentation ist deine Chance, dich positiv zu zeigen. Höre genau auf die Fragen der Interviewer und beantworte auch Teilfragen. Stelle dich in wenigen Minuten klar und passend zur Stelle vor. Hebe dazu die relevantesten Stationen deines Werdegangs hervor.
Beispiel: „Während meines Studiums habe ich mehrere Praktika absolviert, unter anderem bei der Firma … Dort habe ich ein Praktikum im Bereich … gemacht. Dabei konnte ich Erfahrung in … sammeln/ Meine Aufgaben waren…“
Halte die Präsentation kurz und prägnant, aber lasse keine wichtigen Punkte aus. Übe die Vorstellung vor dem Spiegel, um sicher aufzutreten.
Nach deiner Vorstellung folgen Fragen zu deinem Werdegang, die nahtlos in den Hauptteil des Interviews übergehen.

Interviewtechnik
Durch gezielte Fragen beleuchten die Interviewenden relevante Fähigkeiten aus verschiedenen Blickwinkeln, z.B. Blick aus der Vergangenheit, Blick in die Zukunft, Sichtweise beteiligter Personen, eigene Einstellung. So lässt sich jede Fähigkeit (fachlich wie auch persönlich) genau analysieren. Eine gängige Fragestruktur ist:
  • Einleitung: Hinführen zur Fähigkeit („Wann haben Sie zuletzt …. gemacht?“, „Definieren Sie bitte Fähigkeit xy. / Was bedeutet Fähigkeit xy für Sie?“)
  • Konkretisieren: Analyse der Fähigkeit anhand konkreter Beispiele („Beschreiben Sie eine Situation…“, „Was war konkret ihre Aufgabe? Ihr Anteil?“)
    • Klären: Nähere Informationen zur Situation, z.B. Blickwinkel beteiligter Personen („Wer war dabei? Was würde er/sie sagen, wenn ich ihn/sie fragen würde, wie … funktionierte?“, „Haben Sie zu Projekt AB Feedback von Ihrer Chefin bekommen? Was hat sie gesagt?“)
  • Umgang mit Herausforderungen: Probleme/Hindernisse/Herausforderungen in der Beispielsituation („Gab es Hindernisse? Welche konkret?“, „Wie sind Sie damit umgegangen?“)
  • Ergebnisse/Lernerfolg: Reflektion der eigenen Leistung in der Beispielsituation („Was lief richtig gut?“, „Was würden Sie verbessern?“, „Was haben Sie daraus gelernt?“)
Was ist noch wissenswert zur Interviewtechnik
  • Der Fokus in der Fragenstellung liegt oft auf vergangenen Situationen, da diese valider sind als zukünftiges Verhalten
  • Besonders bei der Analyse von Softskills spielt diese Methode eine große Rolle. Softskills sind für Arbeitgeber wichtig, da sie oft zur Persönlichkeit gehören und weniger leicht angeeignet werden können.
  • Interviewende nutzen offene Fragen („W-Fragen“), um ausführliche Antworten zu bekommen. Geschlossene Fragen zielen hingegen auf ein „Ja“ oder „Nein“ ab. Manchmal setzen sie auch gezielt Sprechpausen, die dazu führen, dass Bewerbende weiterreden und die Pause füllen wollen, und so mehr Informationen preisgeben.

Abgleich Erwartungen und Stelle
Nach dem Hauptteil des Gesprächs folgt meist ein Abgleich zwischen deinen Erwartungen und der realen Stelle. Nutze diese Gelegenheit, um deine Vorstellungen von Aufgaben und Unternehmen zu teilen. Folgende Fragen können gestellt werden:
  • „Wie stellen Sie sich den Arbeitsalltag auf dieser Stelle vor?“
  • „Was denken Sie, was erwartet Sie?“
  • „Was ist Ihnen wichtig im Job?“
  • „Wenn Sie eine Stelle selbst kreieren könnten, wie würde diese aussehen?“
Danach erhältst du in der Regel weitere Infos zur Stelle, zum Unternehmen und zu den Vertragsbedingungen.

Abschluss
Am Ende des Gesprächs kannst du Fragen stellen. Überlege dir vorher, was du noch zur Stelle, zum Unternehmen oder den Rahmenbedingungen wissen möchtest. Bring deine Notizen ruhig mit. Scheu dich nicht, deine Fragen zu stellen. Zum Beispiel:
  • Wie erfolgt die Einarbeitung?
  • Gibt es einen Vorgänger oder eine Vorgängerin? Arbeit die Person noch im Unternehmen? Ggf.: Warum geht sie?
  • Wie oft ist Reisetätigkeit erforderlich?
  • Wie sind die Vertragsbedingungen? Unbefristet? Umgang mit Überstunden?

Zum Schluss wird besprochen, wie es im Auswahlprozess weitergeht und wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst.

Praxisprobe
Eine Praxisprobe kann Teil des Interviews sein. Sie kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden:
  • Die Praxisprobe wird direkt ins Gespräch integriert.
  • Du erhältst die Aufgabe nach dem Gespräch und bearbeitest sie anschließend.
  • Du bekommst die Aufgabe vorab zur Vorbereitung. In diesem Fall ist die Erwartung hoch, da du ausreichend Zeit hast und Hilfsmittel nutzen kannst.

Mögliche Themen sind praxisorientierte Aufgaben wie Case Studies, Präsentationen, Rollenspiele, Gesprächssimulationen (z.B. Kundengespräche) oder Gesprächsteile auf Englisch.
Telefoninterview
  • Bereite dich wie für ein strukturiertes Interview vor (siehe oben). Notiere dir auch hier vorab deine Fragen.
  • Schaffe Ordnung auf deinem Schreibtisch und lege alles Wichtige bereit: Papier, Stift, Bewerbungsunterlagen und Stellenanzeige.
  • Stelle sicher, dass die Technik funktioniert. Teste sie bei Bedarf vorher.
  • Vermeide Ablenkungen. Schalte dein Handy lautlos und entferne Lärmquellen.
  • Wähle passende Kleidung. Auch wenn es komisch klingt: Sie hilft dir, dich auf das Gespräch einzustimmen und professionell aufzutreten. Und auch ein Lächeln wirkt durch das Telefon!