Um deinen Gehaltswunsch gut begründen zu können, solltest du wissen, was andere mit vergleichbarem Profil in vergleichbaren Positionen verdienen. Nutze verschiedene Quellen und kombiniere Daten, je mehr, desto besser!
So gehst du vor:- Informiere dich online über Gehälter in deiner Branche.
- Falls du gerade Werkstudent:in oder Praktikant:in in einem Unternehmen bist: Suche Infos im Intranet der Personalabteilung. Welche Gehaltsstufen gibt es dort und welche Verantwortlichkeiten und Qualifikationen gehen damit einher? Es lohnt sich auch, diese Informationen anzuschauen und ggf. für einen späteren Zeitpunkt zu speichern.
- Aktiviere dein Netzwerk und befrage Freunde, Bekannte, Alumni und Unternehmensinterne.
- Berücksichtige dabei das konkrete Aufgabenprofil aus der Stellenanzeige.
- Achte darauf, ob die Zahlen sich auf Einstiegsgehälter oder auf Gehälter mit Berufserfahrung beziehen.
- Beachte relevante Einflussfaktoren wie Region, Unternehmensgröße, Branche oder Abschluss (s.u.).
InformationsquellenFür deine Online-Recherche kannst du verschiedene Quellen, wie Statistiken (z.B. Gehaltsvergleiche (u.a. Destatis), Gehaltsreports (u.a. Stepstone), Entgeltatlas der Agentur für Arbeit), Gehaltsinfo-Websites (u.a. Lohnspiegel.de, Gehalt.de, Glassdoor, Kununu), Branchen- und Berufsportale (z.B. get-in-it.de, get-in-engineering.de) oder Websites von Berufsverbänden nutzen. Sprich uns gerne an, wenn wir dich bei der Suche nach Informationsquellen unterstützen können.
Dein persönliches Netzwerk
Sprich mit Kommiliton:innen, Alumni oder Bekannten aus der Branche und/oder in ähnlichen Positionen. Oder frage direkt bei Unternehmensvertreter:innen nach, z.B. bei Networking-Events. Diese könntest du z.B. so ansprechen:
„Mir ist bewusst, dass Sie keine genauen Zahlen nennen können. Wenn ich für die Position XY einen Gehaltswunsch zwischen X und Y Euro angebe – liege ich damit ungefähr richtig?“
Diese Faktoren solltest du bei deiner Einschätzung berücksichtigen:- Region: In Süddeutschland und Ballungszentren sind Gehälter oft höher.
- Branche: Industrie oder Finanzwesen zahlen häufig mehr als z. B. Kultur, Bildung oder Non-Profit.
- Unternehmensgröße: Größere Unternehmen zahlen häufig mehr als kleine.
- Studienfach: Fächer wie Ingenieurwesen, Medizin oder Informatik bieten oft höhere Einstiegsgehälter.
- Studienabschluss: Mit einem höheren Abschluss (Master/Promotion) steigt in der Regel auch das zu erwartende Einstiegsgehalt.
- Berufsfeld und Position: Das Berufsfeld, und Anforderungen an die Stelle, z.B. Berufserfahrung, Verantwortung, Dienstreisen und Spezialisierung können das zu erwartende Gehalt beeinflussen.
- Wirtschaftliche Lage: Die gesamtwirtschaftliche Situation, die Branchensituation sowie die individuelle Situation des Unternehmens (z.B. Auftragslage) können Einstiegsgehälter beeinflussen.
Sonderfall: TarifvertragTarifverträge regeln neben dem Gehalt auch Wochenendarbeitszeit und Urlaubsanspruch. Du kannst direkt in der Stellenanzeige oder per Internetsuche herausfinden, ob und wenn ja, welcher Tarifvertrag für eine bestimmte Stelle gilt.
Im Rahmen des Tarifvertrages wird jede Stelle anhand bestimmter Kriterien einer Entgeltgruppe zugeordnet. Für Absolvent:innen gelten meist festgelegte Einstiegs- Entgeltgruppen. Mithilfe der entsprechenden Entgelttabelle kannst du dein zu erwartendes Gehalt ermitteln. Achte dabei jedoch darauf, die Entgelttabelle für das entsprechende Bundesland heranzuziehen.
Beispiel:
Tarifvertrag IG Metall (Metall- und Elektroindustrie): Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss in Baden-Württemberg starten i.d.R. in Entgeltgruppen 12 oder 13. In der entsprechenden Gehaltstabelle kannst du das Monatsentgelt herausfinden. Welche der beiden Stufen angewendet wird, hängt von den oben genannten Faktoren, z.B. Studienabschluss ab. Sonderzahlungen und (Leistungs-)Prämien können hinzukommen (Quelle: IG Metall).